Wanderung zur Leglerhütte

In bester Stimmung, bei prächtigstem Augustwetter und mit voll bepackten Rucksäcken starteten wir Züri-Träffler frühmorgens zu unserer Wanderung ins Glarnerland. Nach der Busfahrt von Schwanden nach Kies war unsere Gruppe schliesslich vollzählig. Zu zwölft ging’s per Seilbahn in die Höhe nach Mettmen. Wer hätte gedacht, dass dies so flott vonstatten ging, angesichts der doch beträchtlichen Menschenmenge an der Talstation des doch eher bescheiden kleinen Seilbähnlis. Offensichtlich fühlten sich nicht nur wir in die sonnigen Berge gezogen, nach den letzten verregneten und kühlen Sommerwochen.

Nach einer kleinen Stärkung im Restaurant in Mettmen ging’s in flottem Marsch dem Garichti-Stausee entlang unserem Ziel der Leglerhütte entgegen. Kaum waren wir einige Meter gegangen, als schon das erste Knipsen von Fotoapparaten hörbar wurde, begleitet von angeregten Gesprächen über die wunderschöne Landschaft, die sich da vor uns ausbreitete. Ja, es versprach eine tolle Wanderung zu werden.
 


Nach einem ersten kurzen Trinkhalt auf der Alp Ober Stafel führte uns unsere heutige Wanderleiterin Silvia bereits zur ersten beeindruckenden Überraschung auf dem Weg. Die Chärpfbrugg - als kurze Wegvariante - bot uns die Gelegenheit, uns als Höhlenforscher zu erproben. Der Niderenbach hat sich hier seinen Weg durch den Berg gebahnt und lässt den Wanderer für kurze Zeit in diesem natürlichen Tunnel eine wohltuende Abkühlung geniessen. Wieder in der prallen Sonne angelangt, fanden wir uns allerdings auf der „falschen“ Bachseite wieder. Nun galt es eine sichere Stelle für die Bachüberquerung zu finden, denn trotz der aufsteigenden Hitze wollte niemand aus der Gruppe bereits so früh am Tag nasse Schuhe riskieren. Schliesslich schafften es alle trockenen Fusses über den Bach und in wackerem Schritt ging es weiter bergauf.
 


Auf dem Hinteren Hübschböden gab’s schliesslich die Gelegenheit, die ersten verbrauchten Kräfte mit einem Znüni wieder zu tanken. Welch ein Genuss, in dieser phantastischen Berglandschaft in einen saftigen Apfel zu beissen und das kühlende Nass die Gurgel hinunter rinnen zu spüren!
 


Doch das Ziel war noch nicht erreicht und so marschierten wir in vergnügte Gespräche versunken immer höher bergan. Bereits lag die Waldgrenze unter uns und die Umgebung wurde immer schroffer und steiniger. Woher kommen auch all diese riesigen Steine, die hier herum liegen? Unglaublich!

 

 

 

 

 



Aber sicher fragte sich der eine oder andere Züri-Träffler nach den nun doch bereits vielen erzwungenen Höhenmetern, wann denn diese Leglerhütte endlich ins Blickfeld rücken wird. Doch darauf mussten wir wirklich bis zum letzen Moment warten. Und plötzlich nach einer Wegbiegung lag sie vor uns. Ja, um eine Hütte handelt es sich allerdings bei weitem nicht – vielmehr steht hier auf 2273m und an prächtigster Lage eine richtige Hightech-Unterkunft für Wanderer. Hier wird man wirklich belohnt für die Mühen, die man auf sich genommen hat!

Mit Blick auf den Glärnisch genossen wir unser Picknick oder liessen uns im Restaurant verwöhnen. Einige Mutige wagten sich sogar ans Kürbisglacé heran, das hier angeboten wird. Ja, die Meinungen darüber gingen in der Gruppe doch recht weit auseinander...

Nachdem wir uns satt gegessen hatten und auch unsere Wasserspeicher wieder gefüllt hatten, brachen wir wieder auf. Der Weg führte zuerst steil hinunter zu den Ängiseen, wo der eine oder andere  von uns gerne ein erfrischendes Bad genossen hätte. Doch dazu blieb keine Zeit. Immer mit Blick auf den Glärnisch ging’s über Stock und Stein weiter hinunter in Richtung Tal.
 


Doch in Ratzmatt hatten dann schliesslich alle von uns begriffen, dass wir das Thema „Steigung“ an diesem Tag noch nicht abgeschlossen hatten. Nochmals mussten wir knappe 200 Höhenmeter bezwingen, ehe wir uns auf Matzlenfurggelen ein letztes Mal mit Speis und Trank aus dem Gott sei Dank immer leichter werdenden Rucksack stärken konnten. Doch von da an ging’s dann nur noch bergab. Nach einer guten halben Stunde erreichten wir schliesslich wieder den Garichti-Stausee, von wo aus wir am Morgen gestartet waren.
 

 


Unsere Rundwanderung war zu Ende, viel Schweiss geschwitzt und viele Kalorien verbrannt, doch einstimmig waren wir der Meinung, dass dies eine gelungene und wunderschöne Züri-Träff-Wanderung war. Auf dass es noch viele solche geben mag!!!

Eva Kümmerli

Pfingsten Vallée du Joux



Die Ausschreibung von Rolf und Regula versprach ein Pfingst-Weekend der besonderen Art. Mit dem Car fuhren wir 22 Pfingst-Wanderer pünktlich los Richtung Südjura. Dem Car-Service-Personal ein herzliches Dankeschön für Kaffee und Gipfeli…. ein perfekter Start bei bester Stimmung und super Wetter!

Die 1. Etappe führte uns bis Vallorbe von wo wir nach einem kurzen Marsch zum mitten im Wald gelegenen Picknickplatz gelangten. Die Mittagsrast mit  Geburtstags-Apéro (Gabriele vielen Dank!) war ein gemütlicher Auftakt in das Weekend!

Als 1. Besonderheit war die Führung durch die Grottes de l’Orbe organisiert. Spannend, informativ und interessant die Ausführungen, nun kann auch ich mir die Stalaktiten, Stalagmiten und sanft fallenden Draperien merken und habe ein neues Verständnis für die Schönheiten dieser unterirdischen Welten. Für mich persönlich eine wunderschöne Bereicherung und Erfahrung!

 




Wieder an der Sonne geht die Wanderung weiter durchs Vallée du Joux eine liebliche, verträumte und schöne Gegend. Das letzte Stück konnten wir wiederum mit dem Car fahren und gelangten so rasch zu unserem Hotel La Lande in Le Brassus.

Der Samstagabend war für uns alle in jeder Hinsicht eine Überraschung und sorgte für sehr viel Unterhaltung mit Spannung, Witz und Erheiterung. Das detaillierte Programm kann gerne bei der Reiseleitung R&R angefordert werden.

Am Sonntag dann punkt 7.00 Uhr der Glockenschlag der nahen Kirche! Die grosse Tagestour steht heute auf dem Programm! Die 1. Gruppe startet um 9.00 Uhr Richtung Col de Marchairuz, erwartet würden wir dort von der 2. Gruppe, die bis dahin mit dem Car gebracht wurde.

Nun gut… los und Marsch, sehr zügig voran und hinauf. Der Aufstieg war länger als erwartet aber sehr schön.

Ein herrlicher Weg, lieblich, grün und charmant, durch Wald, Wiesen und Auen immer weiter. Die Wanderung führte uns weiter über den schönen aber sehr windigen Höhenzug bis hin zum Mont Tendre und weiter zum nahegelegenen Berggasthaus wo wir von unseren Copins erwartet wurden.

Nach dieser langen  Tagestour waren das feine Nachtessen und ein gemütlicher Abend bei „grüner Fee“ ein stimmiger Ausklang des herrlichen Tages!

Am Pfingst-Montag dann wurden wir von unserem Chauffeur Markus (ein grosses Dankeschön für den jederzeit angenehmen und sehr guten Service!!) wiederum zum Start-Wander-Platz gefahren, diesmal alle bis zum Col du Mollendruz. Von da führt uns eine leichte Wanderung nach Romainmôtier.  Die Mittagsrast im grünen Gras, bei wärmender Sonne, lässt manchen sinnieren, geniessen und ruhen… die Natur in ihrer Vielfalt und Grösse ist einfach schön…

Stille…
jenseits von geschichte
erstreckt sich die stille
die stille des lebens
des zeitlosen lebens

Romainmôtier… unser heutiges Tagesziel und gleichzeitig der Abschluss des Wochenendes. Ein schönes, liebliches und malerisches kleines Dorf.

Hier geniessen wir den schon lange versprochenen Kaffee und feinstes Kuchenbuffet, bevor uns der Rundgang durch das Priorenhaus aus dem 12. Jh. führt.

Erwartet wurden wir von Katharina von Arx, die hier seit 50! Jahren wohnt und wirt-schaftet und uns ihre eindrückliche Sammlung von zeitgenössischer Literatur zeigt.

Einige charmante und witzige Erzählungen aus ihrem Leben lassen uns zuhören, verweilen und staunen.

Leider blieb uns anschliessend nur noch eine kurze Besichtigung der wunderschönen, romanischen Abtei und der näheren Umgebung… der Heimweg musste angetreten werden.

Herzlichen Dank für ein schönes und abwechslungsreiches Wochenende!!
Ursi Huber

















Guarda

Guarda… da kommen Erinnerung aus der Kindheit hoch, an ein Buch das ich doch so viel gelesen habe.  Ja klar, die Geschichte von Schellenursli mit seinen Ziegen und der Glocke. Solche Gedanken gingen mir durch den Kopf, während wir mit dem Auto unterwegs ins malerische Dorf Guarda fuhren. Hoch über dem Talgrund auf einer Terrasse ist es schon von weitem sichtbar. Noch nie in Guarda war ein Dorfrundgang für mich schon fast zwingend. Diese liebevoll gepflegten Häuser mit ihren kleinen Fenstern und Malereien an den Fassaden sehen wirklich sehr hübsch aus. In einem kleinen Restaurant verweilend, geniesse ich diese kleine besondere Welt für einen Moment. Doch ein weiteres Ziel musste heute noch erreicht werden. Frisch gestärkt brechen wir zur Tuoi Hütte auf. Das erste Stück ging steil bergauf durch blühende Wiesen und kleinen Wäldchen. Oben auf einer Anhöhe den Piz Buin vor uns gings etwas flacher durch karges und felsiges Gelände dem Bach entlang. Der Himmel wurde zusehends dunkler, der Wind frischte auf und Nebelschwaden kamen uns entgegen. Gerade rechtzeitig bevor es  richtig zu Regnen anfing erreichten wir die Hütte. Jetzt tat ein heisser, feiner Kräutertee seine Wirkung, gemütlich streckten wir unsere müden Füsse aus. Nach dem einfachen aber gut schmeckenden Nachtessen werden noch ein paar Jassrunden geklopft, bis es „Lichterlöschen“ hiess. Frühmorgens, die Sonne war gerade aufgegangen machten wir uns am Sonntag auf zur Furcletta. Durch viel Geröll und über grosse Felsbrocken erreichten wir bei bestem Wetter den Passübergang und genossen die Superaussicht. Noch ein kleiner Schwatz mit weiteren Berggängern und weiter gings. Zuerst fast senkrecht hinunter, dann flacher an Bächen entlang wandernd, sahen wir da und dort einige Murmeltiere die pfeifend in die Löcher verschwanden oder, wenn sie sich sicher fühlten, auf Felsen sich sonnen. Da das Wetter sich von der besten Seite zeigte beschlossen wir, nicht nach Ardez sondern weiter wieder nach Guarda zu gehen. Der schöne Panoramaweg liess uns unsere müden Beine fast vergessen. Den Abschluss machte ein feines Dessert in Guarda. Vielen Dank der Organisatorin, es hat sich gelohnt.

Martin

Velotour

Am Bahnhof Lenzburg staunte ich nicht schlecht – Susanne, Urs, Theo und ich waren die einzigen Züritreffler, die zur Velotour von Lenzburg nach Luzern aufbrachen. Keine Ahnung, wo die anderen geblieben sind, das Wetter konnte nicht der Grund sein, es war ein prächtiger, sonniger Tag.
Vorbei an Weiden mit Kühen und Pferden, Äckern mit farbigen Rapsfeldern, Wäldern mit vielfältigen Grüntönen, Häusern mit liebevoll gepflegten Gärten und Blumen gelangten wir auf schmalen Strassen weiter. Siehe da, plötzlich liegt links unter uns der Hallwilersee und vor uns ein herrliches Alpenpanorama. Gemütlich radeln wir auf diesem Höhenzug weiter bis nach Reinach. Bei Theo zu Hause im Garten gibt es eine Pause, wir werden mit Getränken und Snacks verwöhnt. Frisch gestärkt geht es weiter Richtung Beromünster. Ein Stück dem alten Bahntrassee entlang (die Bahn Beromünster nach Beinwil am See wurde 1992 aufgehoben) und vor uns der Antennenturm. Danach ein schweisstreibender Aufstieg nach Herlisberg. Theo motiviert die Schreibende und verspricht, dass es nachher nur noch abwärts gehen würde. In Römerswil ist unser Mittagshalt, auf der Terrasse geniessen wir den grandiosen Ausblick auf die Alpen.
Theo schlägt uns vor, den Garten der Stille, ein Kraftort in Römerswil, zu besichtigen, was wir gerne tun. Fünf Pfauenvögel, die ihr farbenprächtiges Rad schlagen, stehen stolz am Eingang der Anlage. Ein verwunschener, wilder grosser Garten mit Nischen und Plätzen, die zum Verweilen einladen.
Da sich in der Zwischenzeit einige Wolken am Himmel gebildet haben, sitzen wir bald wieder auf dem Sattel und fahren mit Tempo (es geht abwärts, wie versprochen) Richtung Luzern. Bei Emmen überqueren wir den Militärflugplatz und gelangen der Reuss folgend direkt ins Herz von Luzern, vorbei an der Kapellbrücke zum Bahnhof. Vor dem KKL trinken wir noch etwas und kehren dann müde, aber zufrieden, heimwärts. Vielen herzlichen Dank, Theo, für die gute Führung und deine Gastfreundschaft, es war eine wunderschöne Velotour. 

Adlerhorst

Ohne zu faxen, das sind die besten Haxen


Der Blick aus dem Fenster genügte um am liebsten wieder unter die Bettdecke zu kriechen. Hochnebel, Wolken und der vorhergesagte Schneefall oder Regen verhiess nichts Gutes. Die Aussicht auf ein spezielles Mittagessen liess meine Laune dann aber wesentlich bessern. Also ab die Post und nach Zürich gefahren, es warten sicher noch einige aufgestellte Kolleginnen und Kollegen. Mit der munteren Gruppe die wir waren, war dann alles Bestens. In Oberiberg angekommen, zeigte Chris uns das Ziel das so nahe schien. „Das ist ja nichts, eine kleine Aufwärmrunde nur“ dachten sich da und dort einige. Mit den Schneeschuhen ging’s flott bergauf, wenigsten am Anfang. Bald splitterte sich die Gruppe, wie so üblich bei uns, auf in solche, die am liebsten geradeaus, auf dem kürzesten Weg den Berg hinauf wandern wollten und andere, die es etwas gemütlicher nahmen. Hungrig kamen wir alle im Adlerhorst an und freuten uns auf ein warmes Mittagessen. Chris hatte vorgesorgt und schon im Tal unsere Wünsche für das Mittagessen aufgenommen und vorbestellt. „Haxen müsst ihr nehmen“ sagte er „da oben im Adlerhorst gibt’s die besten Schweinshaxen weit und breit“. Von einer früheren Wanderung her kannte ich den Adlerhorst schon und wusste wie gut die Haxen sind. Deswegen aber nicht nur, kam ich ja mit auf den Adlerhorst. Mit der freundlichen und aufgestellten Begrüssung: „Hoi zäme ich bin Maya, was darf ich euch bringen“ war die gute Hüttenstimmung schon da. Ja und dann kam bereits Christian mit diesen Dingern, wunderbar gegrillt, aussen mit einer schönen Kruste, innen schön rosa und butterzart. Ein Gedicht, was gibt es besseres! Doch auch das Fondue das eine Gruppe nebenan genoss war nicht ohne! Die Pfanne wurde jedenfalls blitzsauber ausgeputzt. Zum Schluss noch ein besonderer Hauskaffee und die Stimmung war perfekt. Gemütlich und mit einem wohlig warmen Bauch machten wir uns dann irgendwann mal auf den Rückweg. Auch mit dem Schneefall und dem Regen der später einsetzte, liess die gute und zufriedene Stimmung nicht nach. Auf den Adlerhorst gehe ich ganz bestimmt wieder, ich kann ihn wärmstens empfehlen!  Näheres ist auch unter www.adlerhorst.ch zu finden.

Martin Furrer

Säntistour

Diese grandiose aber anspruchsvolle Bergtour lockte uns mutigen und tüchtigen Berggänger schon frühzeitig Richtung Osten. Für den Samstag waren die Wetterprognosen alles andere als sicher, aber wir wollten uns Theos grandiose Tour nicht entgehen lassen. Er hat seine Herde gut vorbereitet und auf Schwindelfreiheit und Trittsicherheit appelliert.

Auf der Fahrt nach Wasserauen zeigte sich zwar hin und wieder die Sonne, trotzdem kürzten wir den Aufstieg zur Ebenalp mit der Seilbahn ab. Auf dieser Höhe waren die Temperaturen nicht mehr so sommerlich und die Witterung gönnte uns nur noch bedingt Rundsicht über das appenzellische, sanktgallische und thurgauische Hügelland und die weite Bodenseegegend.

Da die Ebenalp für Delta- und Gleitschirmpiloten als einer der bekanntesten "Flugberge" gilt und ein paar mutige Züriträffler sich in der Vergangenheit auf dieses Abenteuer eingelassen hatten, kamen Erinnerungen auf, vor allem an Rolfs ersten Startversuch welcher zu seinem großem Ärger mit einem kläglichen Sturz endete.

Frisch gestärkt starteten wir unsere Tour mit dem Aufstieg zum Berggasthaus Schäfler wo eine währschafte Suppe auf uns wartete. Dann ging es so richtig los zum Aufstieg Richtung Säntisgipfel.  Die exponierten Stellen machten sich schon bald bemerkbar, waren allerdings gut mit Seilen gesichert, sodass der Pfad für uns alle problemlos passierbar war. Noch war uns das Wetter gut gesinnt und wir konnten die herrliche Aussicht über Seealpsee und die felsige Bergwelt geniessen. Der Pfad eignet sich wirklich nur für Trittsichere, denn das Gelände ist sehr steil und festhalten ist immer wieder angesagt. Imposante Felswände zu unserer rechten und einen enormen Steilhang zu unserer linken ermahnten zur Vorsicht. Je höher, desto steiniger der Weg und plötzlich kam ein heftig wehender Wind auf. Die schnelleren hatten schon erheblich Vorsprung und unsere Schritte wurden zunehmend schneller weil mit dem Wind auch dichtere Wolken aufkamen.  Bald schon kam der prognostizierte Regen der die Sicht zusätzlich trübte. Die schnelle Truppe hatte es dermaßen eilig, dass sie nicht mehr aufzuholen war. Plötzlich sahen wir Rita, die auf uns wartete weil sie sich des Weges nicht mehr sicher war. Bald schon kam ein mulmiges Gefühl auf, weil wir nicht mehr sicher waren, ob Priska bei den vordersten dabei war. Wir passierten die Schneebretter des blauen Schnees, Resten des früheren Säntisgletschers. Ein Donnergrollen war zu hören und Theo begann nach Priska zu rufen. Tatsächlich bekam er Antwort von Priska die des Weges abgekommen war. Nun konnten wir die letzte Passage bis zum Säntisgipfel, die so genannte Himmelsleiter zusammen in Angriff nehmen. Eine Kletterpartie im wahrsten Sinne des Wortes, begleitet von einem eisigen Wind, Kälte, Regen und dichtestes Gewölk. Selbst Handschuhe schützten kaum vor frostigen Händen und mit letzten Kräften kletterten wir zum Himmel empor.

Oben angekommen mussten wir erst mal durchatmen bevor wir durch den Tunnel in die wärmende Gaststube des Berggasthauses Säntis gelangten.

Im Berggasthaus wurden wir mit einem feinen Menu zum Nachtessen verwöhnt, während sich die Bergwelt draussen in eine Winterlandschaft verwandelte. Aus dem Regen wurde Schnee aber das schien niemandem die gute Laune zu nehmen, im Gegenteil, einer der Gäste spielte rassige Stücke auf dem Klavier in der Gaststube und eine Gruppe gab ihre Gesangskünste zum Besten. Im Massenschlag herrschte eisige Kälte, sodass wir um jede Wolldecke froh waren.
Am Sonntag zeigte sich das Wetter wieder von seiner besten Seite und die Sonne brachte den Schnee rasch zum schmelzen. Wir warteten im Gasthaus, bis die Tour über den Lisengrat zum Rotsteinpass zu verantworten war. Dabei kam Theos Talent die Gruppe sicher zu führen richtig zum Vorschein. Gabi, Priska, Ronny und ich nahmen den regulären Abstieg unter die Füsse. Die anderen nahmen die Herausforderung des Lisengrates an. Ein paar exponierte Stellen sorgten auch für uns für Herausforderung aber das war gut machbar. Unsere Blicke schweiften des öfteren zu den anderen aufs Lisengrat. Immer wärmer werdende Sonnenstrahlen begleiteten uns auf dem Abstieg mit herrlicher Rundsicht hinunter zum Seealpsee. Es blieb uns genügend Zeit für Fotos, einem längeren Rast und einem Schwatz mit einer Wandergruppe. Fast zeitgleich trafen wir mit den anderen auf der Meglisalp ein. Ein gut geführter Gasthof lud zum Mittagessen ein. Die vielfälltigen Menus wurden rasch serviert sodass wir bald den Abstieg nach Wasserauen unter die Füsse nehmen konnten. Dieser führte nicht direkt zum Seealpsee hinunter, sondass wir den Aufstieg vom Samstag auf der gegenüberliegenden Bergkette nochmals revue passieren lassen und noch lange das herrliche Säntispanorama mit seinen steilen und felsigen Berggipfeln bewundern konnten.

Vielen Dank Theo für diese abenteuerliche Bergtour.
Monika Baumann

Gourmetwanderung


Genuss garantiert
Eine mutige Aussage die Markus bei der Ausschreibung da gemacht hat. Das Wetter verhiess ein eher durchzogenes Wochenende zu werden. Doch die fröhliche Gruppe die wir, inklusive zweier „Black and White“ Whiskey Hunden waren, liessen sich nicht beirren und wir freuten uns über die Sonnenstrahlen und der klaren Luft bei der Fahrt nach Burgdorf. Viel zu erzählen gab es sowieso, sodass der fehlende Kaffee im Zug nicht gross vermisst wurde.

Schnell liessen wir das Städtchen Burgdorf hinter uns und freuten uns auf den von Markus versprochenen Kaffeehalt in einem schön gelegenen Restaurant. Schön gelegen war das Restaurant zwar schon, doch eine schwarze Tafel die uns informierte, dass das Lokal geschlossen ist, vermieste uns schon einiges. Markus bekam dies auch sehr deutlich zu hören …!

Doch die hügelige Landschaft und Aussicht entschädigte einiges. Die Blicke schweiften von den Jurahöhen auf der einen Seite auf die Voralpenkette auf der anderen Seite. Zwischendurch führte der Weg durch meterhohes Gras und Gebüsch, dann wieder über Feldwege, Wäldchen, schönen Linden und superhübsch geschmückten Bauernhäusern. Einen starken Eindruck hinterliess auch der älteste Baum, eine Eibe, mit einem sagenhaft dicken Stamm.  Es war so richtig zum locker und unbeschwert werden und prompt nahm ein Grüppchen den falschen Weg. Kennen wir das nicht schon…..!

Frisch gestärkt nach dem Mittagessen und den riesengrossen Meringues im Restaurant „Lueg“ nahmen wir den zweiten Teil unter unsere Füsse. Auch die „Whiskey“ Hunde kamen recht gut mit, nur die Besitzerin überschätze sich ein wenig (oder unterschätzte sie unser Tempo…) so dass die Lücke zwischen ihr und uns immer länger wurde. Freundlicherweise opferte sich Ines und begleitete sie, damit sie nicht vom Weg abkamen. Echt edel war dann unser Hotel sowohl für die Uebernachtung wie auch kulinarisch! So lässt es sich gut leben. Doch der Höhepunkt, die Gourmetwanderung kam ja erst noch.  

Ein erster Blick am morgen aus dem Fenster und wir wussten alle; die Regenjacke und der Schirm mussten mit. Frisch gestärkt vom Frühstücksbuffet machten wir uns mit dem Bus auf ins Nachbardorf und fassten unser „Werkzeug“ für die Gourmetwanderung. Die anschliessende erste Vorspeise war schon eine erste positive Ueberraschung. Nun tat es gut ein paar Schritte bis zum nächsten Gang zu machen; auch dies, ein echter Hingucker. So gings weiter zum Hauptgang, erstes Dessert, zweites Dessert. Der Regen kam, oh ja, aber wir waren jedes Mal unter Dach als wieder ein Schauer sich ergoss, der Stimmung tat dies überhaupt keinen Abbruch. Müde und satt waren wir uns auf dem Nach Hause Weg alle einig: es war Genuss pur. Danke Markus für den gelungenen Geniesseranlass.

Martin

Höhenweg der Superlative Saas Almagell – Gspon
Schon frühzeitig um 06:45 Uhr war Besammlung am legendären Treffpunkt im HB Zürich. Nichts für Langschläfer, dafür aber für tüchtige, sonnenhungrige Züriträffler die sich zur Rolf Geissbühlers wunderbare Tour der Superlative ins Wallis aufmachten.

Wir waren nicht die einzigen mit dieser Idee mit dem Direktzug nach Visp zu reisen, sodass wir unsere Plätze trotz Reservation verteidigen mussten. Die Belohnung dafür war die Extrafahrt mit dem Postauto, nur für uns, von Visp nach Saas Almagell. 

Vor dem Aufstieg zur Almagelleralp erfrischten wir uns in einem netten Lokal in Saas Almagell. Der Aufstieg zur Almagelleralp führte zuerst durch die Gässchen des Dorfes, vorbei an den mit Blumen geschmückten Gärten und Fensterbänken der typischen walliser schieferbedachten Holzhäuser. Im Steilhang schützten uns die Bäume vor den bereits schon intensiven Sonnenstrahlen, und bald waren die ersten Felsquerungen des Erlebnispfades in Sicht. Kletterhänge mit Metalltreppen und Hacken sorgten für die sportliche Herausforderung. Die Hängebrücken auf schwindelnden Höhen machten das Erlebnis aus, denn je schneller der Schritt desto höher die Schaukelfrequenz.

Bald schon erreichten wir das Restaurant Almagelleralp zum wohlverdienten Mittagessen. Einige unserer Gruppe mussten ewig lange auf ihr Essen warten, sodass Martins zunehmenden Hunger seinen Gesichtszügen zu entnehmen war. Rolf, Theo und Chris genossen, bereits satt, ihren Weisswein und klopften entsprechende Sprüche.

Die Alpenblumenpromenade am Nachmittag war der vollste Genuss. Begleitet von einem atemberaubenden Panorama konnten wir uns noch zusätzlich mit der Theorie der Alpenflora beschäftigen, denn die wunderschönen Bergblumen wurden mit Schildern am Wegrand beschrieben. So folgten nicht alle den zügigen Schritten unseren schnellsten. Nicht einmal die sengende Sonne hielt uns davon ab, die wunderschönen Bergwiesen bedeckt mit seltenen Bergblumen näher zu betrachten. Trotzdem erreichten alle innert gewünschter Zeit den Kreuzboden 2400m ü.M. Das Restaurant wollte gerade schliessen und das Personal die letzte Talfahrt mit der Seilbahn nehmen als wir dort ankamen. Freundlicherweise wurden wir trotzdem noch bedient, womöglich haben wir einen besonders durstigen Eindruck gemacht.

Ein kurzer Abstieg führte uns zum Café Triftalp unserer Übernachtungsstätte. Das Café Triftalp, ein nettes, kleines Gasthaus  mit einer einladenden Sonnenterrasse mit direktem Blick ins Tal, beherbergte zwar nur uns, aber da es nur eine Dusche und einen Waschraum gab, kamen wir nur mit Wartezeiten zur ersehnten Erfrischung. Dafür konnten wir uns genügend Zeit zum Apéro nehmen mit herrlichem walliser Weisswein und den Sprüchen die mit der Zeit zahlreicher wurden. Nach dem Abendessen gingen die meisten zeitig in die Federn in die spartanischen 2er und 4er Zimmer teilweise ohne Licht. 

Nach dem Frühstück nahmen wir um 08:00 Uhr den Aufstieg zum Kreuzboden unter die Füsse und erreichten bald den Aussichtspunkt auf 2445m ü. M. welcher uns ein prächtiges Panorama bot.

Rolf erklärte mir ortskundig die Bergwelt. Stahlhorn, Alphübel, Dom, Nadelhorn, Weissmies, Lagginhorn und das Gletschhorn waren zu sehen. Eine wahrlich prächtige Panoramawanderung bis nach Gspon, begleitet von unzähligen Alpenblumen entlang des Weges, führte zeitweise durch sehr steinige Hänge und einige Waldstücke die uns vor den heissen Sonnenstrahlen schützten. 

Der Weg führte kurz vor Gspon an einer kleinen Kapelle vorbei. Wir machten Halt an diesem wunderschönen Ort, ein Ort der Kraft, sodass sich einige zu Jogaübungen hingezogen fühlten um die nötige Energie für den Rest der Wanderung zu tanken.

Bis zur Talfahrt blieb noch genügend Zeit für die Verpflegung in einem Restaurant. Eine Wohltat, dass wir für den letzten Abstieg bis nach Stalden die Luftseilbahn nehmen konnten, denn dieser wäre wohl happig zu Fuss gewesen, insbesondere nach dieser atemberaubenden Tour in den Beinen.

Eine Zahnradbahn führte uns von Stalden nach Visp. Auf dem Bahnsteig von Visp haben wir die sengende Hitze zu spüren bekommen, deren wir für zwei unvergessliche Tage entflohen sind. 

Monika Baumann

Flügenspitz

Schneeschuhwanderung auf den Flügenspitz

Samstag und herrlich sonniges Wetter! Beschwingt geht’s los um die KollegenInnen auf dem Bahnhof zu treffen und pünktlich fahren wir durch die frühlingshafte Stimmung Richtung Alpen. Obwohl es in Ziegelbrücke bereits etwas kälter ist, gibt es weit und breit keine winterlichen Anzeichen. Man muss schon Vertrauen in die Jahreszeit haben um anzunehmen, dass es irgendwo noch Schnee anzutreffen gibt. Aber können sich all die andern Wintersportler im voll gepackten Bus etwa täuschen? Kurve um Kurve steigt er immer höher, bald liegt der Walensee tiefblau weit unter uns. Ein Prachttag liegt offensichtlich vor uns. In Arvenbühl erreichen wir unseren Ausgangspunkt und tatsächlich erwartet uns hier eine tief verschneite Landschaft. Nach einer Kaffe- und Gipfeli-Stärkung beginnt der sportliche Teil des Tages! Emsig werden die Schneeschuhe angeschnallt, die Sonnenbrillen, -cremen und Mützen platziert und schon geht’s los! 

Aber wie! Rita mit grossen Schritten zielstrebig voran! Die ersten 100 Höhenmeter liegen schnell unter uns, dann sind wir eingelaufen und das Tempo wird auf Variante ‚gemütlich’ reduziert. Wie schön pulvrig der viele Schnee hier ist! Fröhlich plaudernd stapfen wir Schritt um Schritt durch den Wald und über weite Schneefelder immer höher bis wir schliesslich gegen Mittag den Flügenspitz erreichen. Die letzten 20 Meter sind steil und sicher bin ich nicht die einzige, die schon beim Aufstieg denkt: wie komme ich da je wieder runter! Aber zuerst gibt’s eh das verdiente Sandwich aus dem Rucksack. Die Aussicht hier oben ist wunderschön! Das Toggenburg liegt uns zu Füssen, die Glarner und Wägitaler Berge begeistern mit klarer Pracht! Der kleinflächige Spitz scheint nicht für uns alleine reserviert zu sein, so teilen wir ihn mit anderen Gipfelstürmern, was zum lustigen Werbeeffekt für den Züri-Träff wird! Nicht zuletzt dank unseren beiden Neu-Schneehschühlerinnen, welche ihre Schneeschuhe unwissend in halbverpackter Variante zu Gipfel getragen haben! Vertrauliche Details hierzu erhältlich von Isabelle und Marianne!

Der kurze Abstieg vom Flügenspitz geht dann doch ganz leicht. Kurz darauf teilt sich die Gruppe in eine richtige und eine falsche Richtung. Logisch bin ich mal wieder bei denjenigen, die zusätzliche Höhenmeter machen müssen, um die richtig gelaufene Gruppe einzuholen! Ab dann geht’s gemütlich durch den Wald und unberührte Schneefelder, einfach herrlich! Und eine kleine Rutschpartie lässt alle Jeansträger ihre Ausrüstung überdenken!

Auf der Vorder Höhi machen wir Zvieripause. Ein Alpwirt serviert hier manch gluschtiges Ess- und Trinkbares! Nach dieser Rast umgeben von weisser Bergpracht stapfen wir zuerst den Wanderweg entlang, dann durch romantischen Wald, immer Richtung Arvenbühl, wo uns schliesslich reges Skitreiben empfängt! Ein letzter Drink auf der Sonnenterasse und schon bald verabschieden sich die Autofahrer von den öVlern. Alle fahren mit einer schönen Erinnerung an Sonne, Schnee und fröhliche Geselligkeit nach Hause. 

Herzlichen Dank Rita, für die Organisation von diesem tollen Schneeschuhevent!

Eveline Lamont

Weihnachtswanderung

Die diesjährige Weihnachtswanderung führte uns von Wil SG über Dreibrunnen, Bettwiesen, Anetswil, Münchwilen retour nach Wil. “Ich freue mich wie immer über ein freiwilliges, zahlreiches Erscheinen.“ liess Chris im Bulletin verlauten, und erwartungsgemäss waren wir fast 40 fröhliche Gesichter die motiviert an der Wanderung teilnahmen.

Um 8:45 Uhr im HB Zürich und um 10:00 Uhr in Wil besammelten sich Chris’ Schäfchen und wir konnten losmarschieren. Zuerst durch das Städtchen Wil und danach durch Feld und Wald über die Kantonsgrenze in den Thurgau. Begleitet wurden wir vom zähen Hochnebel, welcher dem Unterland in der Winterzeit so oft die Sonnenstrahlen raubt. Dafür herrschte gute Stimmung unter den Teilnehmern die den Marsch in emsig plaudernden Gruppen beharrlich unter den Füssen hatte. Hie und da ein nettes Bauerndorf, mit Frost behangene Bäume und Sträucher verleihten der Landschaft ein malerisches Bild und eine geheimnis-volle Stimmung unter der Düsternheit des Hochnebels. Um ganz sicher zu gehen, dass wir den Weg zur Mittagsrast nicht verfehlten, handelte es sich doch vielfach um Wald- und Wiesenwege ohne nähere Markierung, erkundigte sich Chris mehrmals gewissenhaft nach dem richtigen Weg. Die Gruppe wurde dadurch leicht verunsichert und hie und da fielen entsprechend scherzende Sprüche die zur Heiterkeit der Stimmung beitrugen.

Schon bald erreichten wir hungrigen Mäuler das Dörfchen Anetswil und das lang ersehnte Restaurant Frohsinn. Im Lokal waren die Tische für uns gedeckt und liebevoll dekoriert. Jeder suchte sich seinen Platz und Tischnachbarn und alle warteten sehnsüchtig auf das Essen. Es gab ein Menu mit Suppe, Salat, zwei Hauptgängen zur Wahl und einen leckeren Dessert. Wie jedes Jahr dauert der Aufenthalt im Restaurant fast länger als die Wanderung selbst, aber um ehrlich zu sein, ist es wohl das Highlight des Tages weil einerseits Chris immer einen guten Riecher für erlesene Gastwirtschaften hat, und andererseits ist jeder für gutes Essen und Gemütlichkeit.

Um ca. 16:00 Uhr verlassen wir das nette Lokal und machen uns auf zum letzten Teil der Wanderung entlang der Murg nach Münchwilen und das schon bei bereits eintretender Dämmerung. Als wir Münchwilen erreichten war es schon dunkel. Am Bahnhof von Münchwilen trennte sich die Gruppe weil die Möglichkeit bestand, mit dem Zug zurück nach Wil zu fahren, oder den letzten Streckenabschnitt noch zu Fuss in Angriff zu nehmen. Schätzungsweise mehr als ein Drittel der Gruppe wagte den Fussmarsch bei Dunkelheit. Der Weg führte übers Feld und einen kurzen Abschnitt durch den Wald begleitet von leichtem Nieselschneeregen. In Wil angekommen wärmten wir uns im Bahnhofrestaurant auf, bevor wir den Schnellzug nach Zürich bestiegen und die Weihnachtswanderung wieder für ein Jahr hinter uns liessen.

Alpstein Ebenalp

Schon Tage vorher freute ich mich aufs Appenzellerland, umso mehr, da sonniges Wetter prophezeit wurde. Über Zürich nach Gossau, umsteigen in die Appenzellerbahn gelangten wir zehn Teilnehmer zur Endstation nach Wasserauen. Dort liessen wir uns per Seilbahn auf die Ebenalp (1640müM.) emporhieven. Zuerst genossen wir die Ruhe, Sonne und Weitsicht auf der Terrasse der Ebenalp, begleitet von Alphornklängen, da gerade zwei Alphornbläser neben uns spielten. Diese Morgenstimmung war traumhaft.

Nach dem Aufbruch wanderten wir zwei Stunden, zuerst mehrheitlich geradeaus, dann die Steigung zur Altenalp und hinunter zum Restaurant Mesmer. Begleitet von rechts oben der Schäfler, am linken Hang in die Meglisalp, ganz unten im Tal der Seealpsee, in der Ferne der Säntis. Im Mesmer war klar, was man zum Essen bestellt, eine knusprige Rösti. Wir alle genossen das feine Essen und die Sonne, es war beinahe so warm wie ein Sommertag und das Ende September.

Gestärkt nahmen wir den Abstieg unter die Füsse Richtung Seealpsee. Ein kurzer Kaffeehalt lag noch drin am See, schnellen Schrittes ging es sobald die steilen Strässchen hinab nach Wasserauen, damit wir den Zug nach fünf Uhr erwischten. Müde und zufrieden fuhren wir durch die Appenzellerlandschaft, mit ihren sanften Hügeln bis zu strengen Hochgebirgszügen, Weidewiesen und den typischen freistehenden Bauernhäusern wieder nach Hause. Liebe Ursula, danke vielmal fürs Organisieren, es war ein wunderschöner Sonntag!

Judith Steiner 

Wanderung Oberhalbstein, Parc Ela

Gut gelaunt traf die Gruppe „Hirzel“ bis auf den letzten der von St. Moritz angereist kam, im hübschen Dörfchen Rion in der Nähe von Savognin ein. Auf der sonnigen Terrasse des gemütlichen Restaurants nahmen wir die obligate Stärkung ein bevor wir uns immer noch schwatzend auf den Weg Richtung Somtgant machten. Fast gemütlich war der sanfte Aufstieg zwischen saftigen Wiesen und der herrlichen Aussicht auf die Bergriesen hinter uns. Das Wetter und die Temperatur war perfekt. Trotzdem fanden einige von uns, dass sie nicht so recht in Form seien und es doch etwas anstrengend sei. Nach einer Mittagspause mit Picknick stiegen wir weiter auf dem Panoramaweg dem höchsten Tagespunkt auf 2112 m entgegen. An einem idyllischen Weiher legten wir eine Verschnauf- und Trinkpause ein und konnten dabei die unzähligen Königslibellen bei ihren grazilen Flug beobachten. Wie üblich gab es auch bei dieser Züri-Träff Wanderung schnellere und gemächlichere Gipfelstürmer. Auf Somtgant im kleinen Beizli fand die Gruppe bei frischem Bergwind wieder zusammen.

Die Tagesetappe endete nach leichtem Abstieg im Skihaus Tigia wo wir mit feinen Apérobrötchen und Weisswein unseren gemütlichen Abend starteten. Trotz hohem Geräuschpegel (es war noch eine andere Gruppe dort die mind. doppelt so viele waren wie wir) wurden wir mit Bündner Spezialitäten kulinarisch verwöhnt. Mit vollen Bäuchen im Freien unter nächtlichen Berghimmel, staunten wir über die Millionen von Sternen. Astronomische Begriffe wie kleiner Wagen, Galaxis oder Polarstern konnte man hören, auch die Milchstrasse beeindruckt uns Unterländer immer wieder aufs neue. Müde legten wir uns in die recht komfort­ablen Betten im Zweierzimmer in Erwartung eines sonnigen zweiten Tages.
Beim Frühstück konnte Mann und Frau enttäuschte Gesichter sehen – es regnete. Unser Tourleiter Markus entschied trotzdem wie geplant die Bergwanderung fortzusetzen, zum Glück! Der Weg führte uns langsam aber stetig aufwärts durch ein wildes unberührtes Tal. Der Regen liess fast unerwartet nach relativ kurzer Zeit nach und so konnten wir die Sicht in die zum Teil sehr schroffe Bergwelt bestaunen. Die Murmeltiere pfiffen und wer Glück hatte, konnte eines der scheuen Tiere sehen. Den Alpensalamander mitten auf unserm Weg wurde durch Ermahnung auf Vorsicht nicht übersehen. Alpensegler und ab und zu ein Greifvogel kreiste am Himmel. Die Alpenflora war dezent an der Seite unseres Pfades zu sehen. Für einige wurde das Atmen bei zunehmender Höhe und Anstrengung beschwerlicher aber wir gewannen kontinuierlich an Höhe und erreichten bei 2528 m die Fuorcla Starlera. Gigantisch diese Bergwelt, alle 16 BergwanderInnen waren beeindruckt über die imposante, wilde und steinige Aussicht, die nicht unbedingt an die Schweiz erinnert. Bei einem Weiher machten wir kurzen Halt und staunten nicht schlecht, dass auf dieser Höhe noch Kaul­quappen und andere kleine Lebewesen im Gewässer leben. Doch noch nicht genug mit Aufsteigen, es waren nochmals etwa 100 Höhenmeter zu überwinden. Endlich ist auch das geschafft und alle sind glücklich, sogar das Wetter spielt mit.

Da es eher frisch auf dem Gipfel ist, beschliessen wir bald den Abstieg unter die Füsse zu nehmen, um später windgeschützt unser mitgebrachtes Essen zu ver- tilgen. Da die Wolken wieder dunkler werden, lassen wir uns kurz entschlossen in einer Rinder- und Kuhweide nieder um eine Stärkung einzunehmen. Die neugierigen Augen der Vierbeiner kommen immer näher und zwei der Tiere bestaunen vor allem Beni aus nächster Nähe. Er bleibt stoisch sitzen und nimmt bewundernswert ruhig sein Mittagessen zu sich. Die Spannung mit den geifernden Kühen um uns herum wird durch Regentropfen beendet, d.h. die Siesta musste verschoben werden. Einige im Laufschritt, andere im normalen Tempo machten sich Richtung Tal auf. Im Val Faller wurden wir vom Rauschen des Bergbaches begleitet auf dem nassen von Kühen zertrampelten und Kuhfladen gepflasterten Weg. Die Musse zum Geniessen der verwunschenen Landschaft hatte wohl niemand von uns, die kehrte erst in der herzigen, romantischen Wanderhütte „Piz Platta“ zurück. Nach kurzer Zeit schien aber die Sonne wieder und so haben wir die feinen Bündnerplatten und den ausgezeichneten italienischen Weisswein bei bester Laune im Freien genossen.

Nach einem kurzen Abstieg stiess die Gruppe zu den Vorhergegangen in Mulengs. Wohlbehalten sind wir zurück in der Zivilisation mit Strassenverkehr und Kolonnen von Autos. Das Postauto, die Räthische Bahn sowie die SBB brachte uns müde Wanderer zurück nach Hause.

Als Neu-Züri-Träfflerin möchte ich mich und sicher auch im Namen der andern Beteiligten ganz herzlich beim Organisator Markus bedanken. Aber auch bei den Mitbeteiligten, die für eine gute Stimmung und nette Begleitung sorgten. Es war super! Ich freue mich jetzt schon auf weitere gelungene Wanderungen.

Christina

Wildschutzgebiet

Freiberg Kärpf

Ein wunderschöner warmer Sonntagmorgen begrüsste uns auf unserer Reise ins Glarnerland. Uns? Nun, das war eine Gruppe von 17 aufgestellten Züriträfflern, darin mit eingeschlossen zwei Schnupperinnen. Dank SMS von der SBB wussten wir wo unsere reservierten Plätze waren oder sein sollten, denn dort angekommen waren die Plätze nirgends als reserviert angeschrieben, Platz hatte es trotzdem für alle. Unterwegs im Zug gab’s viel zu erzählen der Lärmpegel war dem entsprechend etwas höher als sonst. In Ziegelbrücke angekommen meinten es einige Teilnehmer (wir wissen schon wer) etwas zu gut und eilten voraus zum vermeintlichen Bus. Aber der war noch nicht an der Reihe sondern halt erst in Schwanden. Das merkten unsere drei Ausreisser auch und erreichten unseren Zug der abfahrtbereit wartete doch noch im letzten „Hühneraugenblick“. 

Bequem mit der Seilbahn erreichten wir unseren ersten Halt im Bergrestaurant. Hier genossen wir bei einem stärkenden Kaffee die fantastische Aussicht und bereiteten uns für den Aufstieg auf die Wildmandfurggeli vor. Ein kleiner Stausee lud zum kurzen Verweilen ein. Doch nun ging’s wirklich los mit wandern in den Talkessel hinein.
In der Meinung das GPS Gerät unseres Organisators zeige den Weg richtig an, nahmen wir die falsche... Abzweigung und gerieten in Sumpflandschaften und Bäche die überquert werden mussten. Wie viele Schuhe und Füsse da trocken blieben ist nicht bekannt. Um doch noch zum richtigen Weg zu gelangen stiegen wir eine kurze aber steile Anhöhe hinauf, die es aber in sich hatte. Einerseits lagen da viele Steinblöcke im Weg, andererseits kamen wir uns wie im Dschungel vor, so hoch und feucht war das umliegende Grasgebüsch. Zufrieden weil nun auf den richtigen Pfaden ging’s nun langsam aber stetig aufwärts, vorbei an blühenden blauen Enzian, Arnikas und vielen anderen bunt blühenden Wildblumen. Die umliegenden Bergflanken waren mit unterschiedlichen intensiv leuchtenden Grünpflanzen bewachsen. Wirklich, ein sehr, sehr schöner Anblick. Wie so üblich in unserem Club zog sich unsere Gruppe in die Länge, waren doch einige dabei die nichts anders im Kopf hatten als „hopp vorwärts“

Auf dem Gipfel angekommen gab’s dann von allen aber ein begeistertes „Wooow diese Aussicht!“  Das Picknick in einer solchen Gegend war ein echter Genuss. Gestärkt und durch ein kurzes Mittagsschläfchen erholt, machte sich ein Zweierteam etwas früher auf. Die Aussicht auf ein kühles Weizenbier liess sie alles vergessen und sie rasten förmlich den Berg hinab. Hmm gewisse Bergtiere machen das doch auch….
Ein Weizenbier war dann zwar nicht vorrätig, aber ein „normales“ Bier und ein feines Weissweinchen war eine würdige Entschädigung.

Für die letzte Strecke nach Elm konnten wir entweder die Seilbahn oder ausser Programm Trotinetts nehmen. Das war nun doch das Sahnehäubchen des Anlasses. Die meisten wählten das Trotinett und so ging’s los, steil die Schotterstrasse hinunter. Manch einer kam nur mit quitschenden Reifen durch die Kurven und reichte es trotzdem nicht, war da ein Zaun der zwar etwas hart die zu schnelle Fahrt stoppte. Heil unten angekommen genossen wir nochmals die eindrucksvolle Berglandschaft bis es hiess Abschied nehmen und den Bus besteigen.
Ein sehr gelungener Anlass der auch unseren beiden Schnupperinnen begeisterte sodass sie beschlossen wieder zu kommen. Das ist ein grosses Kompliment an Beni der den Anlass organisierte. Vielen herzlichen Dank.
Martin Furrer

 

 

Wanderwege zum Zweiten

Hallo Wandervögel

Das war ja so was von schöööön .....

Bei strahlendem Sonnenschein durfte sich die Mannschaft der Züri-Träffler von 15 Personen früh morgens beim Zürich – HB versammeln und Richtung Bergwelt losfahren. Kaum in Amden angekommen war natürlich die obligate Kafipause angesagt, sodass wir (wie im Bulletin vorausgesagt) gestärkt von Amden zur Schlafstätte Tanzboden die ca. 6-7 stündige Route antreten konnten.

Wau.... war das super toll – uns wurde nicht zuviel versprochen... sei es die tolle Bergwelt – riesen grosser Weitblick in alle Richtungen samt Züri/Obersee - Fauna – Sauna (über 30°) – gut gelaunte fitte Bärgler sowie das Pfeiffen der Munggä war auch nicht zu überhören ....  JA – es war eine tolle Stimmung....

Und dann – einer der Höhepunkte...
– so wurden wir beim Tanzboden von der Hüttenwartin Brigitte (das Wort SIE hat sie schon gar nicht verstanden) bereits mit einem guten Tropfen Wein “Apéro“ überrascht. Anschliessend hat sie uns mit verschiedenen Grilladen - Wein und Trank - versorgt. Ja, sie hat sich so richtig reingelegt... Ein riesen Dankeschööööön vom Züri-Träff !!!

Der 2.te Tag versprach “Wettermässig“ genauso heiss zu werden wie der Vortag. Gleich zu Beginn bei Tanzboden haben wir (unter Begleitung von einem dahergelaufenen Mischlings-Hund Appäzäller...  - er lief ca. 2-3 Std. mit uns nach Ricken) den tollen Wanderweg Tanzboden–Ricken-Atzmännig angetreten. Anfänglich streifften wir durch sehr viele Wälder, sodass das marschieren zeitweilig recht angenehm war. Aber nun wurde es verschiedenen Züri-Träffler doch zu anstrengend – und so haben sich bei Ricken ca. ½ der Truppe verabschiedet & den Heimweg unterbrochen mit einer gemütlichen Rast in einer Gartenbeiz) angetreten.

Beim Verabschieden der Heimreisenden hat der harte Kern das Ziel, das viel versprechende Restaurant mit Terrasse samt riiieeesen Weitsicht, von Rony (Organisator) mitgeteilt bekommen, sodass wir den Finnisch noch unter die Füsse nehmen sollten. Ja – und nun konnte uns niemand mehr halten. Jede/r hat sich nun sein eigenes Tempo eingeteilt.  Denn von Ricken ging’s stets “obsi“. Es war wohl sehr steil, aber super  schön.

Jedem das seine... während die 2 Herren (Rolf & Markus) bei steilem Aufstieg fleissig gequatscht haben genoss ich derweilen bei Step by Step das Meditieren.... Angekommen beim wunderschönen Gartenrestaurant  wurden wir einmal mehr mit einem riesen grossen Fitnessteller überrascht. Und so genossen wir während ca. 1 ½ Std. das Mittagessen mit einer wunderschönen Weitsicht Richtung Glärnisch - Vrenelis Gärtli – Tödi usw. sowie das Linth-Gebiet.

Das steile Gelände haben wir nun hinter uns gelassen und uns zum gemütlichen Teil – ca. ½ Std. - nach Atzmännig gemacht. Natürlich durfte der ausklingende  “Huuskafi“ auch nicht fehlen. Wir waren nicht in Zeitnot - so haben wir während dem Schümli-Pflümli bzw. bei einem kühlen Glas Wein die nächste Bergtour gedanklich ins Visier genommen und Pläne geschmiedet.

Zu guter Letzt sind wir mit der Luftseilbahn von Atzmännig zur Talstation gependelt. Während der Fahrt bestaunten wir die rasenden Rodler-Bahn-Fahrer und traten dann die Heimreise mit dem Bus/Zug an.

Somit sagen wir Rony - im Namen aller Züri-Träffler – herzlichen Dank für’s Organiesieren !!!  Monika

Toggenburger Höhenwege

Eine ausgelassene Gruppe von 15 wanderlustigen Zueri-Traefflern und Zueri-Traefflerinnen machte sich, nachdem wir uns im Amdener Arvenbühl erst mal gestärkt hatten, voller Tatendrang auf in Richtung Speer und Tanzboden. Die Temperatur begann schnell anzusteigen und trieb uns trotz Wetter angepasstem Marschtempo den Schweiss aus allen Poren. Unterwegs kamen wir immer wieder in den Genuss von fantastischen Aussichten auf den Zürichsee und die Zentralschweizer Alpen. Nach einem ruppigen Aufstieg in praller Sonne trafen wir, für die einen gerade zum rechten Zeitpunkt, im Restaurant Obere Chäseren ein, wo sich die zähen Gipfelstürmer bald einmal auf den Weg in Richtung Speer verabschiedeten. Die Gruppe „gemütlich“ verweilte weit über eine Stunde im höckigen Alpbeizli und bestaunte beim Lunch das eindrucksvolle Bergpanorama. Auf der Elisalp traf die Gruppe „gemütlich“ nach einer guten Stunde wieder auf die doch etwas müde gewordenen Gipfelstürmer, die von der phänomenalen Aussicht schwärmten und sichtlich auf ihre Kosten gekommen waren. Die letzten anderthalb Wegstunden setzten dann allen Beteiligten spürbar zu und der Tanzboden schien und schien nicht näher zu kommen.

Was dann nach unserer Ankunft auf dem Tanzboden folgte, wird wohl manchen Teilnehmern von Rony’s Wanderung noch lange in bester Erinnerung bleiben. Zuerst überraschte uns die überaus sympathische Wirtin Brigitte mit einem Welcome Drink und Snacks – Kompliment Rony, super organisiert! – dann setzten wir uns an die beiden Aussichtstische und genossen bei exzellenter Grillade, einem Weltklasse-Kartoffelgratin und edlem Primitivo ein absolut geniales Essen. Immer wieder blieben unsere Blicke auf dem nahen Zürichsee und den Innerschweizer Alpen hängen. Mit fortrückender Stunde wurde die Stimmung immer romantischer und ein majestätischer, blutroter Sonnenuntergang, begleitet von einem Kaffee Tanzboden, setzte diesem unbeschreiblichen Abend die Krone auf. Der Schreiber, schon über acht Jahre im Verein, kann sich nicht an viele ähnlich schöne Zueri-Traeff-Abende erinnern. Noch lange blieben wir fast wie andächtig auf der Terrasse sitzen und liessen unsere Gedanken schweifen…

Am andern Morgen brachen wir rechtzeitig auf zum Ricken und Atzmännig, um nicht allzu viel des Weges in der grössten Hitze zurücklegen zu müssen. Obwohl der grösste Teil der Wanderung durch kühlen Wald führte, war es schon um elf Uhr drückend heiss, sodass eine grössere Gruppe auf dem Ricken beschloss, auszusteigen und die Heimreise anzutreten. Die verbliebenen sieben Wanderer zogen unter Rony’s Führung zum idyllisch gelegenen Bauernrestaurant Hüttenberg. Der kurze und steile Anstieg kurz vor dem Mittag trieb uns den letzten Saft aus den Poren. Aber der viel gepriesene Fitness-Teller, von dem Rony geschwärmt hatte, hielt wirklich jedem Vergleich stand und entschädigte uns für die Strapazen. Mit dem Hüttenberg hatte unser Führer ein wahrhaft schönes „Höckchen“ ausgesucht, das richtiggehend zum Verweilen einlud. Die letzte gute halbe Stunde zum oberen Atzmännig war dann ein gemütlicher Spaziergang, zumal dort ein weiteres Beizli auf uns wartete. Belohnt mit einer tollen Aussicht auf den Zürichsee und die Linthebene genossen wir das kühle Bier, das wir uns redlich verdient hatten. Die Pause und die Wärme liessen uns immer müder werden und alle waren froh, das letzte Stück zum Atzmännig mit dem Sessellift runterfahren zu können. Damit waren wir am Ziel angelangt von Rony’s schöner Toggenburger Höhenwanderung – einer für jedermann unvergesslichen Tour. 

Markus Hirzel

Seilpark

Kletterspass Fräkmüntegg

Der Wetterbericht verhiess Tage vor dem Kletterspass nichts gutes, von Regen über Sturm bis Gewitter so ziemlich alles, und wurde von mir kritisch verfolgt. Was sollte ich bloss tun wenn es nun regnerisch war? Alternativen hatte ich mir nämlich nicht gross überlegt.

Doch  meine stillen Gebete wurden erhöht... strahlend blauer Himmel lockte mich am Sonntag früh aus den Federn!! Und so erging es auch den mutigen 14 anderen Teilnehmern meiner Wanderung mit Kletterspass. Die Fahrt mit dem Zug bis Hergiswil verging schnell.... mit dem neuestem Klatsch versorgt sowieso. Ab Hergiswil erwartete uns auch wie geplant das Bus-Taxi und brachte uns zur Talstation der Seilbahn, mit der wir noch höher hinauf zur Alpgschwänd kamen. Ich versprach den ersten Kaffeehalt auf der Alpgschwänd, der auch mit grossem Tenor / Sopran begrüsst wurde! Und wirklich, der Tisch war gedeckt, der Kaffee stand schon bereit, die Sonne strahlte uns an und die Aussicht war einfach phantastisch: der klare Vierwaldstättersee funkelte im Morgenschein, die vielen Berge leuchteten vor blauem Himmel und der Morgentau glitzerte noch etwas im Gras.

So lässt es sich wirklich geniessen!!!! Nach der Stärkung wurde dann aber doch der Wunsch nach dem wirklichen Grund der heutigen Tour immer grösser und nun ging es zu Fuss nach Fräkmüntegg. Nur ½ Stunde Fussmarsch, Kraft und Energie brauchten wir dann noch für den Seilpark.

Tja, und dann der erste Augenschein vom Kletter-Seilpark! Wohl mancher kritische, nachdenkliche und ängstliche Blick begutachtete den Parcour. Das Gstältli montiert, der Helm sitzt auch und die Handschuhe gefasst so liessen wir uns kurz die Regeln und das Selbstsicherungsprinzip erklären bevor es endlich losging.

Die Truppe „sehr Mutige“ stürmte gleich als erste auf den 20m hohen Turm los. So nach dem Motto „dänn hämers hinder eus“. Die andern verteilten sich so nach und nach auf die 7 verschiedenen Parcours. Gefragt sind Gewandtheit, Konzentration, Kraft und auch Überwindung.

Einige Meinungen zum Seilpark:  „Isch voll cool und lässig“   /  „Mach ich jetzt öfters“   /   „Und bitte immer schön lächle“    /   „Puh asträngend“   /  „Und jetzt das ganzi ohni hebe“  /  „Vo unde gseht’s gar nöd so schwierig us aber vo obe...."

Freude, Action und auch Zufriedenheit ob der eigenen Leistung war aber bei allen vorhanden. Und nach 3 Stunden hatten auch die Letzten und Wackersten genug und waren froh nun eine Mittagspause machen zu können.

Der letzte Teil dieses Tages war ein stetiger Abstieg, durch Wald, über grüne Wiesen und vorbei an der Höllhütte wieder zurück nach Hergiswil.

Alles in allem ein toller Muttertags-Sonntag mit extra viel Sonnenschein!!
Vielen Dank an alle!
Ursi Huber

Schneefreier Skitag

Wanderbericht eines verhinderten Skitages

Der Schneebericht war kein erfreulicher. Nichts Weisses war angesagt. Und wenn Wetter, dann Stürme, Regen bis auf 2000m am Tag davor. Den Skitag Pizol absagen oder durchziehen? Frau hat ja schliesslich Verantwortung. Nicht nur für frischgewachste Skibelage. Also absagen!! Ein Kränzchen netter Frauen und ein ebensolcher, froher Mann, die den Samstag nun "alleine" verbringen sollen? Keinesfalls! Ein Alternativprogramm muss her! Whirlpool meint der Mann, Bewegung wollen die Frauen.

Anstatt in die Skischuhe steigen wir sodann in die Wanderschuhe. Frühmorgens, seeeehr früh für diesen Wintertag. Ohne wenn und aber sind alle pünktlich im Zug unterwegs. Wir wandern zur ersten Alp, dem Rämel. Die Zeitungen haben nicht zuviel gelästert: die Lage ein Bijou, die Verwahrlosung traurig. Wie steigen immer weiter, der Nebel droht und bleibt wie eine Kappe genau über uns hängen; wir geniessen unter ihrem grauen Rand die Weitsicht. Trösten uns mit dem Gedanken, dass nur das nicht Hiersein schade wäre. Wir geniessen den Wald, die gemütlichen Schritte, die frische Luft, die Gemeinsamkeit. Mit knurrendem Magen erreichen wir die Alp Egg und ihre bergfreundliche Gemütlichkeit. Die Menukarte ist top, wir schlagen zu, geniessen, entspannen, plaudern. Die Zeit vergeht, 2 Stunden fliegen. Die Sonne lockt durch’s Fenster, lockt uns weg von Kaffee fertig, raus in die Kälte, an die versprochene Wintersonne.

Wir wandern weiter über liebliche Wiesen, bleiben stehen, geniessen die Sicht auf den Ober- und Zürichsee, die Glarnerberge, die Lindtebene. Die Geschichte zu Regulastein versetzt uns in vergangene mystische Zeiten.  Dann die Aussicht Richtung Toggenburg: alles ist grün und frühlingshaft, wenigstens der Säntis leuchtet schneebedeckt. Der Berg-Jogger macht hier auf 2300m seine Liegestützen, der Hund schaut zu. Wir auch, sprachlos. Die Churfirsten sind leicht zu erkennen, aber wie heisst jeder einzelne First? Auf der Karte werden wir deren Namen nicht fündig, aber wen stöhrt’s? Es ist schön hier! Spontan wollen wir neue Wege erkunden. Also auf Richtung Rieden, zur Sonnenterasse dieser Gegend. Sogar Schneefelder finden wir, jipiiii! Eine Schneeballschlacht unter Uebermütigen, ein Foto, alle lachen.

Weiter durch den Wald, der unseren Lungen und unsere Seele gut tut. Immer die Sonne in Begleitung geht's bergab. Angekommen in Rieden genehmigen wir den Schlotterknien unter uns eine kleine Rast. In der Kirche herrscht Grösse, eindrücklich, Ruhe vermittelnd. Weihnächtlich geschmückt ist sie, genauso unpassend wie draussen das Frühlingsgezwischer. Ein Zvierischmaus im einzigen Restaurant ist wegen baldigem Abbruch nicht realisierbar. Die Einheimischen sind freundlich und für die Fasnacht geschminkt. Dann holt uns das Wetter doch noch ein. Es wird dunkler, sphärisch. Ueber die Berge kriechen schwere Wolken in unsere Richtung.

Der Buschauffeur empfängt uns in Uetliburg, er kennt uns schon. Er nimmt uns mit, ohne Zusatzkosten und bringt uns wieder nach Uznach. Hier herrscht Markttreiben, zu dieser Jahreszeit? Drei von uns wollen heim, drei noch in Uznach sein. Wir trennen uns, leben unseren Individualismus. Die Rückfahrt nach Zürich beim Marroniessen wird zum Katzensprung. Ein genussvoller leichter Tag liegt hinter uns.

Der Natur sei Dank für diesen Tag!
Eveline Lamont