Höhenweg der Superlative Saas Almagell – Gspon


Schon frühzeitig um 06:45 Uhr war Besammlung am legendären Treffpunkt im HB Zürich. Nichts für Langschläfer, dafür aber für tüchtige, sonnenhungrige Züriträffler die sich zur Rolf Geissbühlers wunderbare Tour der Superlative ins Wallis aufmachten.

Wir waren nicht die einzigen mit dieser Idee mit dem Direktzug nach Visp zu reisen, sodass wir unsere Plätze trotz Reservation verteidigen mussten. Die Belohnung dafür war die Extrafahrt mit dem Postauto, nur für uns, von Visp nach Saas Almagell.

Vor dem Aufstieg zur Almagelleralp erfrischten wir uns in einem netten Lokal in Saas Almagell. Der Aufstieg zur Almagelleralp führte zuerst durch die Gässchen des Dorfes, vorbei an den mit Blumen geschmückten Gärten und Fensterbänken der typischen walliser schieferbedachten Holzhäuser. Im Steilhang schützten uns die Bäume vor den bereits schon intensiven Sonnenstrahlen, und bald waren die ersten Felsquerungen des Erlebnispfades in Sicht. Kletterhänge mit Metalltreppen und Hacken sorgten für die sportliche Herausforderung. Die Hängebrücken auf schwindelnden Höhen machten das Erlebnis aus, denn je schneller der Schritt desto höher die Schaukelfrequenz.

Bald schon erreichten wir das Restaurant Almagelleralp zum wohlverdienten Mittagessen. Einige unserer Gruppe mussten ewig lange auf ihr Essen warten, sodass Martins zunehmenden Hunger seinen Gesichtszügen zu entnehmen war. Rolf, Theo und Chris genossen, bereits satt, ihren Weisswein und klopften entsprechende Sprüche.

Die Alpenblumenpromenade am Nachmittag war der vollste Genuss. Begleitet von einem atemberaubenden Panorama konnten wir uns noch zusätzlich mit der Theorie der Alpenflora beschäftigen, denn die wunderschönen Bergblumen wurden mit Schildern am Wegrand beschrieben. So folgten nicht alle den zügigen Schritten unseren schnellsten. Nicht einmal die sengende Sonne hielt uns davon ab, die wunderschönen Bergwiesen bedeckt mit seltenen Bergblumen näher zu betrachten. Trotzdem erreichten alle innert gewünschter Zeit den Kreuzboden 2400m ü.M. Das Restaurant wollte gerade schliessen und das Personal die letzte Talfahrt mit der Seilbahn nehmen als wir dort ankamen. Freundlicherweise wurden wir trotzdem noch bedient, womöglich haben wir einen besonders durstigen Eindruck gemacht.

Ein kurzer Abstieg führte uns zum Café Triftalp unserer Übernachtungsstätte. Das Café Triftalp, ein nettes, kleines Gasthaus mit einer einladenden Sonnenterrasse mit direktem Blick ins Tal, beherbergte zwar nur uns, aber da es nur eine Dusche und einen Waschraum gab, kamen wir nur mit Wartezeiten zur ersehnten Erfrischung. Dafür konnten wir uns genügend Zeit zum Apéro nehmen mit herrlichem walliser Weisswein und den Sprüchen die mit der Zeit zahlreicher wurden. Nach dem Abendessen gingen die meisten zeitig in die Federn in die spartanischen 2er und 4er Zimmer teilweise ohne Licht.

Nach dem Frühstück nahmen wir um 08:00 Uhr den Aufstieg zum Kreuzboden unter die Füsse und erreichten bald den Aussichtspunkt auf 2445m ü. M. welcher uns ein prächtiges Panorama bot.

Rolf erklärte mir ortskundig die Bergwelt. Stahlhorn, Alphübel, Dom, Nadelhorn, Weissmies, Lagginhorn und das Gletschhorn waren zu sehen. Eine wahrlich prächtige Panoramawanderung bis nach Gspon, begleitet von unzähligen Alpenblumen entlang des Weges, führte zeitweise durch sehr steinige Hänge und einige Waldstücke die uns vor den heissen Sonnenstrahlen schützten.

Der Weg führte kurz vor Gspon an einer kleinen Kapelle vorbei. Wir machten Halt an diesem wunderschönen Ort, ein Ort der Kraft, sodass sich einige zu Jogaübungen hingezogen fühlten um die nötige Energie für den Rest der Wanderung zu tanken.

Bis zur Talfahrt blieb noch genügend Zeit für die Verpflegung in einem Restaurant. Eine Wohltat, dass wir für den letzten Abstieg bis nach Stalden die Luftseilbahn nehmen konnten, denn dieser wäre wohl happig zu Fuss gewesen, insbesondere nach dieser atemberaubenden Tour in den Beinen.

Eine Zahnradbahn führte uns von Stalden nach Visp. Auf dem Bahnsteig von Visp haben wir die sengende Hitze zu spüren bekommen, deren wir für zwei unvergessliche Tage entflohen sind.

Monika Baumann

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