Wanderung zur Leglerhütte


In bester Stimmung, bei prächtigstem Augustwetter und mit voll bepackten Rucksäcken starteten wir Züri-Träffler frühmorgens zu unserer Wanderung ins Glarnerland. Nach der Busfahrt von Schwanden nach Kies war unsere Gruppe schliesslich vollzählig. Zu zwölft ging’s per Seilbahn in die Höhe nach Mettmen. Wer hätte gedacht, dass dies so flott vonstatten ging, angesichts der doch beträchtlichen Menschenmenge an der Talstation des doch eher bescheiden kleinen Seilbähnlis. Offensichtlich fühlten sich nicht nur wir in die sonnigen Berge gezogen, nach den letzten verregneten und kühlen Sommerwochen.


Nach einer kleinen Stärkung im Restaurant in Mettmen ging’s in flottem Marsch dem Garichti-Stausee entlang unserem Ziel der Leglerhütte entgegen. Kaum waren wir einige Meter gegangen, als schon das erste Knipsen von Fotoapparaten hörbar wurde, begleitet von angeregten Gesprächen über die wunderschöne Landschaft, die sich da vor uns ausbreitete. Ja, es versprach eine tolle Wanderung zu werden.


Nach einem ersten kurzen Trinkhalt auf der Alp Ober Stafel führte uns unsere heutige Wanderleiterin Silvia bereits zur ersten beeindruckenden Überraschung auf dem Weg. Die Chärpfbrugg - als kurze Wegvariante - bot uns die Gelegenheit, uns als Höhlenforscher zu erproben. Der Niderenbach hat sich hier seinen Weg durch den Berg gebahnt und lässt den Wanderer für kurze Zeit in diesem natürlichen Tunnel eine wohltuende Abkühlung geniessen. Wieder in der prallen Sonne angelangt, fanden wir uns allerdings auf der „falschen“ Bachseite wieder. Nun galt es eine sichere Stelle für die Bachüberquerung zu finden, denn trotz der aufsteigenden Hitze wollte niemand aus der Gruppe bereits so früh am Tag nasse Schuhe riskieren. Schliesslich schafften es alle trockenen Fusses über den Bach und in wackerem Schritt ging es weiter bergauf.


Auf dem Hinteren Hübschböden gab’s schliesslich die Gelegenheit, die ersten verbrauchten Kräfte mit einem Znüni wieder zu tanken. Welch ein Genuss, in dieser phantastischen Berglandschaft in einen saftigen Apfel zu beissen und das kühlende Nass die Gurgel hinunter rinnen zu spüren!


Doch das Ziel war noch nicht erreicht und so marschierten wir in vergnügte Gespräche versunken immer höher bergan. Bereits lag die Waldgrenze unter uns und die Umgebung wurde immer schroffer und steiniger. Woher kommen auch all diese riesigen Steine, die hier herum liegen? Unglaublich!


Aber sicher fragte sich der eine oder andere Züri-Träffler nach den nun doch bereits vielen erzwungenen Höhenmetern, wann denn diese Leglerhütte endlich ins Blickfeld rücken wird. Doch darauf mussten wir wirklich bis zum letzen Moment warten. Und plötzlich nach einer Wegbiegung lag sie vor uns. Ja, um eine Hütte handelt es sich allerdings bei weitem nicht – vielmehr steht hier auf 2273m und an prächtigster Lage eine richtige Hightech-Unterkunft für Wanderer. Hier wird man wirklich belohnt für die Mühen, die man auf sich genommen hat!


Mit Blick auf den Glärnisch genossen wir unser Picknick oder liessen uns im Restaurant verwöhnen. Einige Mutige wagten sich sogar ans Kürbisglacé heran, das hier angeboten wird. Ja, die Meinungen darüber gingen in der Gruppe doch recht weit auseinander...


Nachdem wir uns satt gegessen hatten und auch unsere Wasserspeicher wieder gefüllt hatten, brachen wir wieder auf. Der Weg führte zuerst steil hinunter zu den Ängiseen, wo der eine oder andere von uns gerne ein erfrischendes Bad genossen hätte. Doch dazu blieb keine Zeit. Immer mit Blick auf den Glärnisch ging’s über Stock und Stein weiter hinunter in Richtung Tal.


Doch in Ratzmatt hatten dann schliesslich alle von uns begriffen, dass wir das Thema „Steigung“ an diesem Tag noch nicht abgeschlossen hatten. Nochmals mussten wir knappe 200 Höhenmeter bezwingen, ehe wir uns auf Matzlenfurggelen ein letztes Mal mit Speis und Trank aus dem Gott sei Dank immer leichter werdenden Rucksack stärken konnten. Doch von da an ging’s dann nur noch bergab. Nach einer guten halben Stunde erreichten wir schliesslich wieder den Garichti-Stausee, von wo aus wir am Morgen gestartet waren.


Unsere Rundwanderung war zu Ende, viel Schweiss geschwitzt und viele Kalorien verbrannt, doch einstimmig waren wir der Meinung, dass dies eine gelungene und wunderschöne Züri-Träff-Wanderung war. Auf dass es noch viele solche geben mag!!!


Eva Kümmerli

3 Ansichten