Pfingsten à la Carte am Thunersee Samstag, 8. Bis Montag 10. Juni 2019


Auf die diesjährige Pfingstreise ins Bernbiet, nach Sigriswil am Thunersee freute ich mich ganz besonders, weil das Programm einmal mehr mit einer verheissungs-vollen Mischung aus Bewegung, Kultur, mit Gaumenfreuden und Gemütlichkeit verbunden war.

Freudvoll starteten wir aufgestellten Züriträffler, 13 an der Zahl, die Reise mit dem Zug direkt nach Thun und dann mit dem Postauto nach Sigriswil ins Hotel Adler. Nach dem freundlichen Empfang der Wirtin Frau Frehner konnten wir uns genussvoll einnisten in diesem gemütlichen Gasthaus.

Bis zum Mittagessen blieb uns noch etwas Zeit diese malerische Ortschaft mit den buntgeschmückten Chalets und den liebevoll angelegten Blumenbeten zu besichtigen. Die Gemeinde Sigriswil besteht aus 11 Dörfern. Den tiefsten Punkt bildet mit 558 m das Thunersee Ufer, den höchsten mit 2063 m der Gipfel des Burgfeldstands. Mit 55 km2 ist Sigriswil flächenmässig die Grösste unter den 27 Gemeinden des Amtes Thun.

Das Mittagessen nahmen wir auf der Sonnenterrasse mit herrlicher Aussicht auf den Thunersee ein. Innert nur wenigen Minuten wurden uns die leckeren Speisen serviert. Wie immer hatten wir uns viel zu erzählen, wie eine grosse Familie.

Frisch gestärkt, die Habseligkeiten gerichtet, nahmen wir den Bus nach Schwanden, um die astronomischen Fakten unseres Sonnensystems auf dem Planetenweg SIRIUS zu erkunden, auf der Suche nach unseren ausser- und überirdischen Mitbewohnern im All. Der Aussichtsturm Blueme bot uns eine weite Rundsicht in die Berner Alpen. Früher standen im altbernischen Staatsgebiet auf weithin sichtbaren Anhöhen Hochwachten, genannt Chutzen. Sie dienten dazu, wichtige Meldungen mit Feuer und Rauchsignalen rasch im ganzen Gebiet zu verbreiten. Heute stammen die Rauchzeichen von den Feuerstellen der Schweizer Familie mit witzigen Tipps zum Spiel und Grillieren.

Nach dem steilen Abstieg, die sengenden Sonnenstrahlen im Genick, überwältigt von der herrlichen Aussicht über den Thunersee, der Niesen greifbar nahe, erreichten wir die Panoramabrücke über die Gummischlucht. Diese Hängebrücke ist durch ihre Lage und Funktion das Herzstück im Gesamtprojekt Panorama Rundweg Thunersee. Einerseits überspannt sie einen 182 Meter tiefen Graben mit einer Länge von über 340 Metern, andererseits verkürzt sie den Schul- und Kirchweg zwischen Aeschlen und Sigriswil.

Zurück auf festem Boden sorgte der Apero im Naturpark Grabenmühle für die wohlverdiente Erfrischung im lauschigen Garten. Die Grabenmühle bietet nebst der Gastronomie Aktivitäten wie Forellenfischen, Goldwaschen, Brockenhaus, Zelt-, Grillplätze und weitere Events an. Wir aber bevorzugten die Gemütlichkeit beim süffigen Seelentröpfli.

Zurück im Adler freuten wir uns auf das Abendessen, serviert in einem gemütlichen Gaststübli nur für uns. Wie weise, wenn man den Lärmpegel der Züriträff Gruppe bedenkt. Das Nachtessen, eine wahre Gaumenfreude, und nicht nur das. Ich kann mich nicht erinnern, an welch anderem Ort ich jemals so eine schnelle, professionelle und ausgesprochen aufmerksame und freundliche Bewirtung erlebt habe. Es hat einfach alles gestimmt, umrandet mit dem geselligen Beisammensein. Gesellig im wahrsten Sinn des Wortes. Auf dem Teller serviert die Speisen und mit Plakaten an der Wand die Ausflugsmöglichkeiten für den Sonntag. 5 Optionen insgesamt mit Detailbeschrieb inklusive Busfahrplan! Die Karten lagen auf dem Tisch, und dennoch blieb die Qual der Wahl aufgrund der verschiedensten Wetter-Apps, welche das sonntägliche Wetter zu wissen glaubten. Ja wenn es nur die Apps gewesen wären! Unsere Leute weisen nicht nur unterschiedliche Fitnesslevel auf, sondern auch vielseitige Interessen. So kam es, dass die Entscheidung derart schwer war, dass wir die Zeit mit weiteren Recherchen mit allen möglichen Um- und Irrwegen verbrachten. Dann plötzlich, dem Smartphone sei Dank, die Information, dass der Wanderweg Habkern - Gemmenalphorn hinauf über den Grad auf das Niederhorn geschlossen sei. Aber bald schon war die 1. Ausflugsoption so umorganisiert, sodass der grösste Teil der Gruppe ihren Aufstieg auf das Niederhorn dennoch in Angriff nehmen konnten. Ich hatte mich für die 2. Option entschieden, für den Aufstieg vom Justistal über die Sichle nach Innereriz. Die Optionen 3 bis 5 waren leichte Wanderungen am Thunersee mit Schloss- und Stadtbesichtigung, Schifffahrt und anderen Gemütlichkeiten.

Das sonntägliche Wetter präsentierte sich wie prognostiziert nicht von der besten Seite. Entschluss- und wetterfest starteten Monika, Chin und ich unser Tagesprogramm in entspannter Fröhlichkeit zum Aufstieg ins Justistal in stetiger Begleitung der sich entleerenden dichten Wolken. Das gemütliche Alpbeizli am Hintersberg lud zur Mittagsrast ein. Gemütlich eingebettet in Wolldecken unter einer einfachen Plastikbedachung, am «Schärme» in freier Natur mit Sicht auf dem Niesen und das Niederhorn. Ob unsere Niederhörner ihr Ziel schon erreicht hatten? Doch weiter als die Antennenanlage reichte die Sicht nicht. Die Wirtin, besser gesagt die Alphirtin informierte uns mit grosser Hingabe über die Herstellung von Käse, Haltung von Kühen und Schweinen. Sogar über die Bienenköniginnenzucht weiter unten im Justistal wusste sie Bescheid. In der Hütte war die Chäsete voll im Gang und wir konnten von der frisch gewonnenen Käsekörner kosten. Wie gut, dass der Käse seinen Geschmack noch mit dem heranreifen erhält.

Wir folgten dem Rat der Chäserin, vom Weg über die Sichle hinunter nach Innereriz abzusehen, weil immer noch viel Schnee lag. Das Wetter war ja auch nicht einladend, dafür aber das nächste Beizli bei Lilian am Spicherberg. Die Gaststube, eher gesagt Wohnraum und Küche zugleich war sehr gemütlich mit Blick auf das Feuer im offenen Herd. Die Herstellung der legendären Käseschnitten konnten wir direkt verfolgen. Der Hüttenkafi hatte reichlich «Gügs» und sorgte für gute Stimmung am einzigen und gut besetzten Tisch in diesem einzigartigen Beizli. Unser neuer Plan war, auf dem gleichen Weg zurück nach Sigriswil zu gehen, doch dem war nicht so. Plötzlich war der Thunersee zum Greifen nah. In unserer Entspanntheit waren wir von der offiziellen Route abgekommen. So kam es, dass wir unsere Höhenmeter doch noch absolvieren mussten, jedoch von Merligen hinauf nach Sigriswil. Nach unserer sportlichen Leistung an diesem regnerischen Tag gönnten wir uns die wohlverdiente Entspannung in unseren Hotelzimmern im Glauben, dass wir die ersten waren. Dem war ganz und gar nicht so. Die Niederhorn-Gruppe hatte sich ihre wohlverdiente Entspannung vor uns gegönnt. Sie hatten ja auch den steileren Aufstieg von Beatenberg hinauf zum Niederhorn.

Das Nachtessen war wieder eine 4 gängige Gaumenfreude, welche uns mit grosser gastfreundschaftlicher Hingabe serviert wurde.

Auch für den Pfingstmontag hatten uns die Wetter-Apps mit den unterschiedlichsten Wetterprognosen versorgt und wieder sah die Wahrheit anders aus. Während wir uns genussvoll dem Frühstücksbuffet bedienten waren noch immer dicke Wolken am Himmel, die sich dann aber bald verzogen. Wir nahmen die Wanderung nach Beatenberg via Grönhütte unter die Füsse und bald schon zeigten sich die ersten Sonnenstrahlen. Ob dies unser gestriger Weg gewesen sei, wurden wir gefragt. Offen gestanden konnte ich dies schon nicht mehr mit Bestimmtheit bestätigen. Das liess den wildesten Spekulationen freien Raum.

Zur Mittagszeit erreichten wir Beatenberg und schon hatte der Petrus die Wetterkarten neu gemischt. Rechtzeitig vor dem Regen hatten wir das Gasthaus Riedboden erreicht wo wir die Bernbieter Gastfreundlichkeit wieder von der besten Seite erleben durften. Im gemütlichen Alpstübli wurden die verschiedensten lokalen Spezialitäten zur Gaumenfreude. Die Bedienung war auch da über Freundlichkeit, Aufmerksamkeit, Geschicklichkeit und kurzer Wartefrist nicht zu überbieten. Ein wahrer Genuss!!

Nach dem Abstieg mit der Bahn von der Station Beatenberg zur Beatenbucht führte uns der Linienbus zurück nach Sigriswil wo unser Gepäck auf uns wartete. Nach einem riesigen Dankeschön an das Wirte-Ehepaar Frehner im Hotel Adler führten uns die ÖV auf dem schnellsten Weg nach Hause.

Für die unvergesslichen Pfingsttage à la carte richte ich im Namen der Gruppe ein riesiges, wärmstes und freudigstes Dankeschön an unser Organisatoren Team Monika und Markus aus. Ihr habt alles bis aufs Detail professionell organisiert und so ist es mir nicht möglich, über Pech und Pannen zu berichten. Dafür von einem unvergesslichen Ausflug, ein Genuss mit allen Sinnen!

Monika Baumann

58 Ansichten