Pfingstweekend im Schwarzwald


7. – 9. Juni 2014


Mit grosser Freude erinnere ich mich an unser Pfingstweekend in Schwarzwald, denn es gehört zur Tradition, dass Rolf und Regula uns stets ein vielseitiges Programm bieten. Die Gruppe zählte 30 Nasen und entsprechend gross war der Lärmpegel in unserem Abteil im Zug. Palavern ist offenbar eine unserer grossen Stärken im Züri Träff. Die Reise führte über Schaffhausen, Singen, Donau-Eschingen, Neustadt nach Kappel, wo unsere Köfferchen vom Hoteldirektor persönlich in Empfang genommen wurden. Rolf hat seine Schäfchen stets im Blick. So ist es kaum mehr möglich, dass eines ins Abseits gerät. Er nimmt seine Aufgabe ausgesprochen ernst, und regelte sogar den WC-Gang der Damen im Restaurant am Ausgangspunkt, wohl wissend, dass ein zeitgerechter Abmarsch auch ohne Kafi-Halt kaum möglich ist.


Das Wetter hitzig, Sonnencreme und Sonnenschutz montiert tauchten wir ein in die liebliche Gegend des Schwarzwaldes. Der Wald ein Traum um den sengenden Sonnenstrahlen zu entfliehen. Das Mittagessen im Gasthof Glashütte war ein Genuss, insbesondere die köstliche Schwarzwaldforelle die vom Teller aus in den Mund äugte. Am Nachmittag führte uns die Route weiter Richtung Schluchsee zum Riesenbühlturm der eine herrliche Rundsicht bis in die Schweizer Alpen bietet. Für mich hatte allerdings der kühle Schatten der Baumanns Hütte und der letzte Tropfen Wasser in meiner Flasche mehr Attraktivität. Kurz vor Schluchsee konnten wir in einem Privathaus alte Schwarzwälder Handwerks- und Volkskunst bestaunen und erhielten eine Bowle serviert die sich dann ziemlich zügig in meinem Kopf bemerkbar machte. Vielleicht hätte ich mich doch lieber der Volkskunst gewidmet auch wenn sie etwas verstaubt daher gekommen ist, wie ich es munkeln gehört habe.


Das Hotel Schiff, direkt am Schluchsee gelegen ist nicht nur sehr gepflegt und gemütlich, auch das Personal ist ausgesprochen freundlich. Hier lässt es sich gerne wohnen und Schlemmern. Wir hatten ein Zimmer mit Sicht auf den See auch wenn ein Stuhl zur Dachluke nötig war.


Für Sonntag standen 3 Wanderrouten auf dem Programm. Rolf und Regula kennen die Bedürfnisse der Züri Träffler und wissen, dass der Genuss dem alpinen Hochleistungssport ernsthaft Konkurrenz macht.


Der Sonntag zeigte sich genau so hochsommerlich. Die Schnellsten gingen schon zeitig los um die Aussichtspunkte Spiesshorn, Herzogenhorn und Hasenhorn zu erklimmen. Die Route der zweiten Gruppe führte ab Menzenschwand ebenfalls auf das Herzogenhorn und danach durch eine kleine Schlucht mit Wasserfall. Die dritte Gruppe easy und die Gruppe vier ultra-easy mit Vergnügen am See. Für mich ist klar, ein bisschen Zacki-Zacki und die Belohnung ist immer eine herrliche Tour mit prächtiger Aussicht. Ich werde inskünftig alle meine Gänge einschalten und der Gruppe eins Gesellschaft leisten.


Zurück im Hotel und sogleich lockte der kühle Schluchsee mit ca. 19 Grad um den von Hitze und Schweiss dampfenden Körper abzukühlen. Das Abendessen als Story-Dinner bezeichnet klang vielversprechend. Schon zum Aperitif war die Geschichtenerzählerin anwesend. Leider war sie nicht besonders unterhaltsam und zu allem Pech wurde das Abendessen nur mit grossen Verzögerungen serviert. Stress für Rolf und Regula wo sie doch alles so toll eingefädelt hatten. Dafür war das Essen ein Genuss.


Am Montag zeigte sich die Sonne wieder mit voller Kraft und die gemütliche Wanderung führte alles entlang des Schluchsees bis zum Unterkrummenhof wo gemäss den Schwarzwaldsagen einige Geister ihr Unwesen treiben. Dort angekommen haben uns die Geister ihr neckisches Gesicht gezeigt, denn die für uns reservierten Tische lagen noch zusammengeklappt auf einem Haufen. Einige von uns machten sich dann sogleich aus dem Staub um zu baden im See. Offenbar hat jemand etwas vom Unterkrummenhof versehentlich mitlaufen lassen, weil die Geister uns tatsächlich gefolgt sind um mit uns ihr Unwesen auf dem Rückweg zu trieben. Vorerst konnten wir die Schifffahrt bis nach Schluchsee noch geniessen. Dann aber im Zug, sengende Hitze ohne Klimaanlage, schweisstreibend sondergleichen und die Züri-Träffler wie tote Fliegen. In Freiburg angekommen wurden wir mit der Hiobsbotschaft konfrontiert, dass der Zug nach Basel Verspätung hat. Rolf war voll im Element und hatte seine Mühe, die Gruppe zusammen zu halten. In Basel war das Umsteigen für Rolf mit enormem Stress verbunden, denn einerseits war nicht klar auf welchem Bahnsteig die Reise weiterging und die Gruppe war offenbar auch nicht so folgsam. Hinzu kam noch, dass der Wagen der für uns vorgesehen war abgehängt werden sollte. Schnell mussten wir den Wagen wechseln. Lieber Rolf, es sei dir gesagt, dass deine Gruppe dir immer folgen wird und du es auch etwas gelassener nehmen darfst. Rolf und Regula, wir sind stolz auf die grossartige Leistung von euch beiden, und seid euch bewusst, dass auch die Geister der Schwarzwaldsaga euch gut gesinnt sind!


Text: Monika Baumann

Bilder: Monika Baumann / Jolanda Amacker / Ursi Oswald

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